6 hochinteressante Fragen zur Montessori-Pädagogik

1) Was war Maria Montessoris Ziel/ Was wollte sie mit ihrer Pädagogik bewirken?

  • Zu größtmöglicher Selbstständigkeit und somit Unabhängigkeit verhelfen
  • Ausbildung der menschlichen Persönlichkeit (Unterstützung beim Heranreifen von selbstbewussten und verantwortungsvollen Persönlichkeiten)
  • Beziehung von Mensch und Kosmos bewusst machen
  • Gleiche Bildungschancen schaffen
  • Jedes Kind soll sich nach seinen individuellen Möglichkeiten bestmöglich entwickeln dürfen
  • Lernen (und verstehen) durch tun

2) Inwiefern musste Maria Montessori mit den damaligen historischen Barrieren kämpfen, um an ihr Ziel zu kommen?

Maria Montessori wurde 1870 in eine sehr konservative Zeit hineingeboren. Auch ihr Vater war sehr konservativ eingestellt, lediglich ihre Mutter Renilde vertrat eher liberale Ansichten. Dank der Mutter durfte Maria später auch eine naturwissenschaftlich-technische Sekundarschule besuchen. Dies war zu dieser Zeit keinesfalls üblich, da an diesen Schulen üblicherweise nur Jungen unterrichtet wurden. Auch Montessoris Vater konnte sich mit der Entscheidung seiner Tochter lange nicht anfreunden. Während ihrer Schulzeit reifte in ihr der Wunsch Ärztin zu werden. Dieser Entschluss stellte sie vor eine weitere Herausforderung, da der Arztberuf zu dieser Zeit eine reine Männerdomäne war. Auch mit dieser Entscheidung seiner Tochter haderte der Vater lange Zeit.

Allerdings konnte Maria nicht gleich mit dem Medizinstudium beginnen, da ihr der Zugang zu diesem Studiengang zunächst verwehrt wurde. Sie studierte stattdessen Naturwissenschaften an der Universität Rom, blieb jedoch auch in Sachen Medizinstudium hartnäckig, weshalb sie schließlich 1892 als erste Frau Italiens ihr Medizinstudium aufnahm. Auch während ihrer Studienzeit hatte sie mit vorherrschenden Klischees und damit einhergehender Kritik und Diskriminierung zu kämpfen. So durfte sie z.B. im Anatomiesaal nicht gleichzeitig mit ihren männlichen Studienkollegen Leichen sezieren, sondern musste dies abends, nachdem alle gegangen waren, alleine durchführen. Doch auch von derartigen Gängeleien ließ sie sich nicht beirren und promovierte schließlich im Juli 1896 – nun war sie die erste Ärztin Italiens, was ihr nun auch den Respekt ihres Vaters einbrachte.

 

3) Welche Materialien benutzt sie für ihre Pädagogik?

Sinnesmaterialien
Sprachmaterialien
Mathematische Materialien
Kosmische Materialien
Materialien für die Übungen der Stille

Kennzeichnend für die meisten Montessori-Materialien ist die Möglichkeit der Selbstkontrolle. siehe: Infos zur Montessori Selbstkontrolle

 

4) Lässt Maria Montessori der Lehrkraft genug Raum?

Die Rolle der Lehrkraft in der Montessori-Pädagogik lässt sich gut in diesen zwei Zitaten von Maria Montessori zusammenfassen:

Der Lehrer ist Begleiter, er ist Beobachter und Helfer. Er muss passiv werden, damit das Kind aktiv werden kann.

Die Montessori-Lehrkraft kann am besten als Lernbegleiter/-helfer beschrieben werden. Sie ist dafür zuständig, die eigene Person zurückzunehmen, sie unterstützt, wenn sie um Hilfe gebeten wird und bietet nach Bedarf von selbst Hilfe bzw. neue Materialien an, wenn Kinder noch nicht soweit sind, um selbst nach Hilfe zu fragen.

Um hier das richtige Maß zu finden, ist es unabdingbar, die Kinder in ihrem Lernprozess genau zu beobachten, um immer über Lernfortschritt bzw. Stagnation Bescheid zu wissen und entsprechend darauf reagieren zu können. Damit die Kinder selbstständig an ihrem Lernfortschritt arbeiten können, muss die Lernumgebung immer wieder so gestaltet werden, dass sie den individuellen Entwicklungsbedürfnissen der Kinder Rechnung trägt (siehe: Infos zur Vorbereiteten Umgebung).

 

5) Dürfen Kinder während der Freiarbeit machen was sie wollen?

siehe: Beitrag zur Freiarbeit in der Montessori-Pädagogik.

 

6) Warum und wie sollten wir heute ihre Schriften lesen?

siehe:  Beitrag zu guten Gründe für Montessori

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